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Fachmann/-frau Betreuung EFZ

Fachfrauen und Fachmänner Betreuung (FaBe) unterstützen Kinder, Jugendliche, Betagte und Menschen mit Beeinträchtigungen in der Alltagsbewältigung. Sie fördern und erhalten so weit als möglich deren Selbstständigkeit.


Tätigkeiten

Fachpersonen Betreuung betreuen Menschen einzeln oder in Gruppen in Tageseinrichtungen, Heimen oder Wohngruppen. Je nach Fachrichtung begleiten sie Kinder, Jugendliche im Schulalter, Betagte oder Menschen mit speziellen Bedürfnissen. Sie sorgen dafür, dass diese sich wohl fühlen und gut entfalten können. Im Zentrum ihrer Tätigkeit steht dabei immer die Förderung der Selbstständigkeit der Betreuten.

Fachpersonen Betreuung unterstützen Betreute dabei, alltägliche Verrichtungen wie An- und Ausziehen, Waschen, Zähneputzen, Essen und Trinken sowie Hausarbeiten möglichst selbst auszuführen. Wo dies nicht geht, helfen sie ihnen. Alltag, Freizeit und Feiertage strukturieren sie sinnvoll. Sie malen, basteln, werken, singen und musizieren mit den betreuungsbedürftigen Personen, machen Spiele, Spaziergänge, Ausflüge sowie Bewegungsübungen und ermutigen zu selbstbestimmten Aktivitäten. Zudem unterstützen sie sie bei der Kontaktpflege zu Familie und Freunden.

In der Behinderten- und Betagtenbetreuung spielen geistige, psychische und/oder körperliche Beeinträchtigungen eine Rolle. Fachpersonen Betreuung dieser beiden Fachrichtungen erkennen die speziellen Bedürfnisse der Betroffenen. Sie begleiten und fördern sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Auch mit schwierigen Situationen wie Persönlichkeits- und Wahrnehmungsstörungen, Krankheit und Tod der Betreuten sind sie konfrontiert und gehen professionell damit um.

Im Bereich Kinderbetreuung ist die ganzheitliche Entwicklung der Kinder zentral. Dazu zählen sprachliche, geistige und motorische Fähigkeiten, das Sozialverhalten und die Persönlichkeit. Fachpersonen Betreuung gestalten den Alltag alters- und situationsgerecht mit geleiteten Abschnitten und freiem Spiel, Einzel- und Gruppenaktivitäten. Sie ermöglichen den Kindern, vielfältige Lernerfahrungen zu machen, sich individuell zu entfalten und gleichzeitig in der Gruppe zurechtzufinden.

Fachmänner und Fachfrauen Betreuung bereiten Aktivitäten vor, führen sie durch und werten sie aus. Sie führen Gespräche mit Familienangehörigen und Fachpersonen. Meist arbeiten sie im Team.

Quelle: berufsberatung.ch

Ausbildung

  • Grundlage
  • Eidg. Verordnung vom 16.6.2005

  • Dauer
  • 3 Jahre, Erwachsene ab 22 Jahren und mit 2-jähriger Praxiserfahrung: 2 Jahre

  • Fachrichtungen
    • Behindertenbetreuung
    • Betagtenbetreuung
    • Kinderbetreuung
    • generalistische Ausbildung (nur in der Westschweiz)

  • Bildung in beruflicher Praxis
  • In einem Betrieb der gewählten Fachrichtung

  • Schulische Bildung
  • I. d. R. 1½ Tage pro Woche an der Berufsfachschule, je nach Kanton verschiedene Fachrichtungen; Schulliste bei SAVOIRSOCIAL erhältlich

  • Berufsbezogene Fächer
  • Begleiten, Betreuen im Alltag; Kommunikation, Zusammenarbeit; Mensch und Entwicklung; Berufsrolle, Ethik, Rahmenbedingungen; Organisation, Arbeitstechnik, Qualität

  • Überbetriebliche Kurse
  • Zu verschiedenen Themen

  • Berufsmaturität
  • Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.

  • Abschluss
  • Eidg. Fähigkeitszeugnis "Fachmann/-frau Betreuung EFZ"

Voraussetzungen

  • Vorbildung
    • abgeschlossene Volksschule, oberste oder mittlere Schulstufe mit guten Leistungen
  • Anforderungen
    • Freude am Umgang mit Menschen
    • psychische Stabilität und hohe Belastbarkeit
    • gute körperliche Verfassung
    • ausgeprägtes Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft
    • Geduld und Respekt
    • gute Umgangsformen beziehungsweise Team-, Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit
    • Offenheit
    • Fähigkeit, sich abzugrenzen
    • Sinn für Sauberkeit und Ordnung
    • gute Beobachtungsgabe und rasches Reaktionsvermögen
    • Flexibilität: Bereitschaft zu unregelmässiger Arbeitszeit und Fähigkeit, in wechselnden Situationen zu reagieren

Weiterbildung

  • Kurse
  • Angebote von Fachverbänden, Fach- und Hochschulen

  • Zusatzqualifikation
  • z. B. Leiter/in Kindertagesstätte

  • Berufsprüfung (BP)
  • Sozialbegleiter/in mit eidg. Fachausweis, Teamleiter/in in sozialen und sozialmedizinischen Institutionen mit eidg. Fachausweis, Migrationsfachmann/-frau mit eidg. Fachausweis

  • Höhere Fachprüfung (HFP)
  • Dipl. Institutionsleiter/in im sozialen und sozialmedizinischen Bereich, dipl. Arbeitsagoge/-agogin u. a.

  • Fachhochschule
  • z. B. Bachelor of Arts/Science (FH) in Sozialer Arbeit (mit Vertiefung in einem der Teilbereiche Sozialarbeit, Sozialpädagogik oder Soziokulturelle Animation), Bachelor of Science (FH) in Angewandter Psychologie, Bachelor of Science (FH) in Ergotherapie

  • Höhere Fachschule
  • Dipl. Aktivierungsfachmann/-frau HF, dipl. Sozialpädagoge/-pädagogin HF, dipl. Kindererzieher/in HF, dipl. sozialpädagogische/r Werkstattleiter/in HF (Ausbildung zurzeit nur in der Westschweiz), dipl. Gemeindeanimator/in HF

Berufsverhältnisse

Fachpersonen Betreuung sind an diversen Orten tätig: im Behindertenbereich arbeiten sie z. B. in geschützten Werkstätten, heilpädagogischen Schulen oder Wohngruppen, in der Betagtenbetreuung in Alters- und Pflegezentren oder Einrichtungen für Demenzkranke und im Kinderbereich in Kindertagesstätten, Heimen oder Grossfamilien. Die Arbeitszeit kann unregelmässig und mit Nacht- und/oder Wochenendeinsätzen verbunden sein.

Das Angebot an Lehrstellen variiert je nach Ausbildungsrichtung und Region. Insbesondere im Bereich Kinderbetreuung ist bei der Lehrstellensuche grosses Engagement erforderlich, da die Nachfrage das Lehrstellenangebot übersteigt.

In einzelnen Kantonen besteht für Erwachsene bzw. für über 22-Jährige mit mindestens 2-jähriger Praxiserfahrung im Betreuungsbereich die Möglichkeit, eine verkürzte, 2-jährige Grundbildung zu absolvieren.


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