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Winzer/in EFZ

Winzer/innen pflegen Reben über das ganze Jahr. Sie sorgen für ein gesundes Wachstum der Weinstöcke, ernten die Trauben und verarbeiten sie zu Wein und Saft.


Tätigkeiten

Die Arbeit im Weinberg beginnt für Winzer/innen im Februar oder März mit dem Schneiden der Reben. Damit sorgen sie dafür, dass die Weinstöcke optimal wachsen.Nach den ersten wärmeren Tagen binden sie die Reben an. Sie bewässern und düngen dieKulturen.

Neben den Reben benötigt auch der Boden eine intensive Pflege. Die meisten Rebberge werden begrünt oder mit organischem Material wie Rinde und Stroh bedeckt. Damitwird verhindert, dass Regen den Boden wegschwemmt,und zugleich wird die Fruchtbarkeit des Bodens verbessert.

Die Berufsleute schaffen ein gutesUmfeld fürNützlinge und bekämpfen Schädlinge möglichst wirksam und umweltschonend. Auf ein nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit der Natur sind besonders Winzer/innen mit Schwerpunkt Biolandbau spezialisiert.

Im Sommer lassen Sonne und Feuchtigkeit die Reben rasch wachsen. Winzer/innen entfernen überflüssige Triebe und Blätter. Ausserdem untersuchen sie die Pflanzen auf Pilze und Schädlinge.

Besonders intensiv ist die Weinlese von September bis November. Der beste Erntezeitpunkt dauert je nach Region und Wetter teilweise nur wenige Tage und muss von denFachleuten genau bestimmt werden. Sie lesen die Trauben gemeinsam mitHelfern und Helferinnenmeist von Hand ab. Besonders nach Regenperioden müssen dabei die faulen Beeren sorgfältigaussortiert werden.

Für viele Winzer/innen bildetdie Herstellung eigener Weine und Säfte den Abschluss der Jahresarbeiten. Die Trauben werden zerdrückt und gepresst. Für die Gärung füllen Winzer/innen den Saft in Tanks und überwachen Temperatur und Dauer des Gärvorgangs. Auch bei der Lagerung müssen für jeden Wein optimale Bedingungen eingehalten werden. Damit sicherndie Berufsleutedie Qualität der Lebensmittel.

Für die Vermarktung der Produkte müssenWinzer/innen wissen, welche Weine gefragt sind. Sieinformieren sich immer über gesellschaftliche Trends und aktuelle Techniken in der Weinbereitung.

Winzer/innen verwenden landwirtschaftliche Maschinen und steuern gewisse Prozesse am Computer. VieleArbeitenwerden aber noch immer von Hand erledigt.In ihrem Berufsalltagbeachten die Fachleute alle Vorschriften zur Sicherheit, zum Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Quelle: berufsberatung.ch

Ausbildung

  • Grundlage
  • Eidg. Verordnung vom 8.5.2008

  • Dauer
  • 3 Jahre

  • Bildung in beruflicher Praxis
  • In mind. 2 Lehrbetrieben (Rebbau und Kelterung)

  • Schulische Bildung
  • Mehrwöchige Blockkurseam Strickhof, Au ZH

  • Berufsbezogene Fächer
  • Pflanzenbau (Boden bearbeiten; Rebkulturen pflanzen, ernähren, pflegen; Trauben ernten und veredeln; Produkte verkaufen), Mechanisierung und technische Anlagen (Maschinen und Geräte einstellen und warten; Gebäude und Einrichtungen nutzen und unterhalten), Arbeitsumfeld, Wahlbereich

    Die Grundbildung kann auch mit dem Schwerpunkt Biolandbau absolviert werden.

  • Überbetriebliche Kurse
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Hygiene und Qualitätssicherung, Einsatz von Hebefahrzeugen und Pflanzenschutzgeräten, Weintechnologie

  • Berufsmaturität
  • Weil die schulische Bildung in Blockkursen stattfindet, wird die Berufsmaturitätsschule meist erst im Anschluss an die Grundbildung besucht.

  • Abschluss
  • Eidg. Fähigkeitszeugnis ­"Winzer/in EFZ"

Voraussetzungen

  • Vorbildung
    • mit einem landwirtschaftlichen Berufsattest (EBA), mit einem eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) eines anderen Berufs oder mit einem Maturitätsabschluss verkürzt sich die Ausbildung zum/r Winzer/in EFZ in der Regel auf 2 Jahre
    • mit einem eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) eines anderen landwirtschaftlichen Berufs kann sich die Ausbildung zum/r Winzer/in EFZ auf 1 Jahr verkürzen
  • Anforderungen
    • Freude an der Arbeit im Freien
    • gute Beobachtungsgabe für Vorgänge in der Natur
    • handwerkliches Geschick
    • technisches Verständnis für Maschinen und Geräte
    • robuste Gesundheit für Arbeiten bei Wind und Wetter
    • Körperkraft
    • guter Geschmacks- und Geruchssinn (zum Degustieren)

Weiterbildung

  • Kurse
  • Angebote desStrickhofs, Au ZH, des Instituts für Umwelt und Natürliche Ressourcen IUNR (ZHAW), Wädenswil,und der École d'Ingénieurs de Changins (HES-SO)

  • Zusatzausbildung
  • Nach Abschluss der Grundbildung kann eine verkürzte, 1-jährige Grundbildung in einem anderen landwirtschaftlichen Beruf absolviert werden.

  • Berufsprüfung (BP)
  • Betriebsleiter/in Weinbau oderWeintechnologiemit eidg. Fachausweis oder eine andere Berufsprüfung im Berufsfeld Landwirtschaft

  • Höhere Fachprüfung (HFP)
  • Winzermeister/in, Weintechnologiemeister/in oder eineandere Höhere Fachprüfung im Berufsfeld Landwirtschaft

  • Höhere Fachschule
  • Dipl. Weinbautechniker/in HF, dipl. Agro-Techniker/in HF, dipl. Agro-Kaufmann/-frau HF

  • Fachhochschule
  • Bachelor of Science (FH) in Önologie, Bachelor of Science (FH) in Agronomie (z. B. Vertiefung Pflanzenwissenschaften), Bachelor of Science (FH) in Umweltingenieurwesen (z. B. Vertiefung biologische Landwirtschaft und Hortikultur)

Berufsverhältnisse

Winzer/innen sind bei einem privaten oder genossenschaftlichen Rebbaubetrieb angestellt oder bewirtschaften einen eigenen Betrieb. Viele Berufsleute arbeiten auch im Ausland.

Winzer/innen arbeiten viel im Freien. Ihre Arbeitstage sind wetter- und saisonabhängig und können im Sommer und Herbst sehr lang sein. In Spitzenzeiten wird auch am Wochenende gearbeitet.

Bei den Lehrstellen ist derzeit das Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot recht ausgeglichen, man muss jedoch bereit sein, in verschiedenen Regionen zu suchen.


Verwandte Berufe

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